Revier-Derby


Beim “kleinen” Revier-Derby Borussia Dortmund vs. VfL Bochum (als Dortmunder im Bochum-Block)

Borussia Dortmund vs. VfL Bochum - EintrittskarteAm Freitag Abend fand ein Aufeinandertreffen der A40- bzw. B1-Clubs statt:

Borussia Dortmund empfing im heimischen Signal-Iduna-Park zum “kleinen” Revier-Derby den VfL Bochum aus der nahegelegenen Nachbarstadt. Vor kurzem wäre das ganze auch noch tabellentechnisch gesehen ein Spitzenspiel gewesen, doch eine englische Woche später wurde es zum Kellerduell.

Dank der Verkettung einiger glücklicher Umstände konnte ich bei dem Spiel dabei sein - dennoch war das ganze für mich eine Premiere: Statt einem Sitzplatz auf der Ost- oder Westtribüne oder im “gemischten” Bereich der Nordtribüne oder einem Stehplatz auf der Südtribüne war ich diesmal zum ersten Mal im Gästeblock.
Bekanntlich bekommt ja jede Gastmannschaft ein festes Kartenkontingent des gastgebenden Vereins und von Bochumer Kolleginnen konnte ich eine überzählige Karte (siehe Abbildung) erwerben und mir das Spiel sehen, bei dem eigentlich beide Vereine unbedingt gewinnen mussten, um die jeweils negative Serie abzubrechen.

Zu siebt (fünf Bochum-Fans, zwei Dortmund-Fans) machten wir uns auf den Weg und kamen knapp hinter dem Mannschaftsbus des VfL Bochum (mitsamt seiner Polizeieskorte) in Dortmund an.

Borussia Dortmund vs. VfL Bochum - Blick vom GästeblockBorussia Dortmund vs. VfL Bochum - Blick auf die SüdtribüneDirekt angekommen stellten meine Begleiter fest, dass man als Gast im Signal-Iduna-Park nur leichtes Bier (mit weniger als drei Prozent Alkoholgehalt) bekommt, was nicht wirklich goutiert wurde.

Ganz im Gegenteil jedoch der Blick vom Gästeblock auf das Spielfeld (siehe die Bilder links und rechts; auf dem rechten Bild sieht man die schwarz-gelben Fans auf der Südtribüne in Aktion), der wirklich gut war.

Natürlich war ich bei diesem Spiel nicht in schwarz-gelb gekleidet, was auch explizit auf der Eintrittskarte so gefordert wurde und insgesamt habe ich mich natürlich nicht als BVB-Fan erkennen zu geben. Sowas sollte man nicht unbedingt machen (wobei ich auf der Südtribüne auch schon mal z.B. grün-weiße Schals gesehen habe)…

Erstmal gab es das übliche Vorgeplänkel (diesmal jedoch mit einer sehr sinnvollen Sache - für das Netzwerk roterkeil.net, welches sich gegen Kinderprostitution einsetzt und übrigens in meiner Heimatstadt Olfen vom damals dort amtierenden Kaplan Jochen Reidegeld gegründet wurde, wurden 6.000 Euro gespendet) und dann begann auch schon fast das Spiel.

Borussia Dortmund vs. VfL Bochum - Das umstrittene TrikotbannerDoch vor dem Spiel wurde von der Decke der Südtribüne das neue Trikotbanner heruntergefahren - was nicht nur bei den Bochumer Jungs und Mädels für Pfiffe sorgte, denn auch in schwarz-gelben Fankreisen ist dieses Banner zum Teil umstritten. Mir persönlich gefällt’s, vor allem wenn man es auch sehen kann. Bei der Premiere des Banners zeigte Premiere das Banner - aber man konnte aufgrund der Bildregie kaum was davon sehen (siehe diesen Pottblog-Bericht)…

Als dann das Spiel begann konnte man leider am Anfang nicht viel sehen - irgendwelche Schlauberger hatten eine Rauchbombe im Gästeblock gezündet und bis der Rauch verzogen war konnte man kaum was sehen. Aber es gab eigentlich auch kaum was zu sehen - denn beide Mannschaften spielten nicht wirklich gut.

Anfangs dominierten die Bochumer (nach einer ersten BVB-Chance) das Spiel und ich befürchtete schon das Schlimmste, während meine Begleitung sich schon sehr sicher fühlte (der andere Dortmunder aus unserer Runde war auf seinem Platz auf der Westtribüne), doch dann kam es zum 1:0 für die Dortmunder durch Tinga, was zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich in der Luft lag. Natürlich hielt ich mich beim Jubeln deutlichst zurück und grinste nur ein wenig vor mich hin. Seitdem weiß ich, was “klammheimliche Freude” bedeutet. ;)

Doch es sollte erst einmal für die Dortmunder bei diesem Tor bleiben und anstatt den eigenen Erfolg auszubauen ließ man den Bochumern wieder viel zu viel Platz, was diese in der 35. Minute (nach einem mißglückten BVB-Angriff) zum Ausgleichstreffer führte. Der Gästeblock hüpfte und schrie vor Freude und die Bochumer waren dadurch wieder im Spiel, welches sie auch bis zum Halbzeitpfiff deutlich dominierten.

Meine Hoffnung auf einen Dortmunder Sieg schwand in der 58. Minute, als Christian Wörns mit Rot-Gelb vom Platz gestellt wurde. Dortmunds Trainer Thomas Doll reagierte mit einer Einwechslung von Robert Kovac (für Franck Patrick Njambe), die leider von einigen Fans mit Pfiffen quittiert wurde. Kurze Zeit später wurde auch Senesie für den jungen Nöthe eingewechselt, der in der Woche zuvor gegen Warschau zwei Tore erzielt hatte.

Borussia Dortmund vs. VfL Bochum - Die Südtribüne jubelt nach dem 2:1 durch Federico.Fast direkt nach dieser Einwechslung kam es zum zweiten Dortmunder Glückstreffer durch Giovanni Federico, der in seiner Jugend selbst auf der Südtribüne in Dortmund stand und pikanterweise sich u.a. beim VfL Bochum die ersten Sporen verdiente.

Jetzt brachte er mit seinem 2:1 den Dortmundern den Führungstreffer der in dieser Form sicherlich nicht zwingend war und dementsprechend auch von den mich umgebenden Bochumer Fans kommentiert wurde (sinngemäß: “Wenn wir nicht mal gegen 10 Dortmunder gewinnen können, gegen wen denn dann?”), während die Südtribüne sich öffentlich (siehe nebenstehendes Bild) und ich mich (wieder klammheimlich) freute.

Die Bochumer gaben sich jedoch noch nicht verloren und machten mehr Druck, so dass Thomas Doll sich nach weniger als einer Viertelstunde dazu entschloss mehr auf das Halten des Ergebnisses zu setzen, so dass der Torschütze Federico unter Beifall der Fans ausgewechselt wurde. Neu auf den Platz kam Martin Amedick - meiner Meinung nach ein guter Verteidiger, der jedoch (gerade unter der Ägide Dolls) viel zu selten eingesetzt wird.

Dem BVB gelang es das Ergebnis durch das Anrühren von Dortmunder Beton (man hatte fast den Eindruck, dass teilweise doppelt so viele Verteidiger auf dem Platz standen wie es nominell der Fall war) zu halten, obwohl die Bochumer in den letzten Minuten noch auf den Ausgleichstreffer drängten und ganz zum Schluß auch beinahe erfolgreich waren - doch einer der letzten Bochumer Angriffe ging nur an die Latte und der BVB konnte das kleine Revier-Derby mit mehr Glück als Verstand für sich entscheiden.

Insgesamt gesehen war es kein schönes Spiel, das Ergebnis gefiel mir jedoch gut. Merkwürdig ist es nur, wenn man im Stadion ist, die eigene Mannschaft ein Tor erzielt und man kaum bzw. gar nicht jubeln kann. Dennoch war es mal eine ganz besondere Erfahrung im Gästeblock ein Spiel zu erleben und meine Begleitung nahm das ganze mit Fassung auf, während der schwarz-gelbe Kollege, der sich nach dem Spiel wieder zu uns gesellte, natürlich wie ich hoch erfreut war.



Pottblog sagt:

Allein unter Bochumer Jungs und Mädels (beim “kleinen” Revier-Derby Borussia Dortmund vs. VfL Bochum)…

Am Freitag Abend fand ein Aufeinandertreffen der A40- bzw. B1-Clubs statt:
Borussia Dortmund empfing im heimischen Signal-Iduna-Park zum “kleinen” Revier-Derby den VfL Bochum aus der nahegelegenen Nachbarstadt. Vor kurzem wäre das ganz…



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Über dieses Blog

Revier-Derby.de widmet sich dem Fußball im Revier (Ruhrgebiet) und seinen Mannschaften. Derzeit sind das (alphabetisch): Borussia Dortmund (BVB), FC Schalke 04 (S04) und der VfL Bochum (VfL)

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