Das letzte Revier-Derby zwischen dem FC Schalke 04 als gastgebender Mannschaft und Borussia Dortmund ging zumindestens für die Borussia aus Dortmund kurz- und mittelfristig schlecht aus:
Nicht nur, dass der BVB das Spiel eindeutig verlor - er verlor auch dadurch seinen Torhüter Roman Weidenfeller für drei Spiele, denn der DFB sperrte Roman Weidenfeller nach einem “Zwischenfall” mit Schalkes Spieler Gerald Asamoah.
Laut Gerald Asamoah soll Roman Weidenfeller ihn als “Schwarzes Schwein” bezeichnet haben, sich aber noch auf dem Platz dafür entschuldigt haben. Weidenfeller stritt das ganze ab, aber dennoch wurde Weidenfeller wegen einer “menschenverachtenden Aussage” bestraft. In den Medien gibt es verschiedene Aussagen - in einer Zeitung hieß es, Weidenfeller hätte das Wort “Schwabbelschwein” verwendet, wo anders hieß es, es wäre “Schwules Schwein” gewesen.
Richtig nachgewiesen werden konnte nichts - dennoch wurde Weidenfeller bestraft, muss 10.000 Euro Strafe zahlen und wurde für drei Spiele gesperrt.
Irgendwie habe ich persönlich mit dieser Entscheidung ein Problem, da die DFB-Entscheidung meiner Meinung nach keine Klarheit in die Sache gebracht hat. Sollte Roman Weidenfeller wirklich Gerald Asamoah rassistisch beleidigt haben, dann gehört das ganze bestraft. Auch persönlich - und ich denke mal, dass für einen Profi-Fußballer wie Roman Weidenfeller 10.000 Euro Strafe zwar etwas weh tun, aber das ganze wohl bei den heutigen Gagen zu verkraften ist.
Wenn man jedoch das ganze nicht beweisen kann, dann sollte man in der Angelgenheit meinem Rechtsempfinden nach den Grundsatz “Im Zweifel für den Angeklagten” beherzigen.
Analog auf ein normales Gerichtsverfahren übertragen klingt das ganze derzeit für mich so, als wenn jemand wegen eines Totschlages (Mindeststrafe: 5 Jahre) angeklagt wird, dafür aber keine Beweise gefunden werden und diese Person dann mal eben 2 Jahre in Haft gehen muss, nach dem Motto “Wo Rauch ist, da ist auch Feuer!”.
Das laut den DFB-Regeln jedoch eine homophobe Äußerung (”schwules Schwein”) weniger stark bestraft wird als eine rassistische Äußerung (”schwarzes Schwein”) empfinde ich mehr als merkwürdig und rückwärtsgewandt.
PS: Abgesehen davon: Ich persönlich kann es mir auch gar nicht vorstellen, dass Weidenfeller sowas sagt. Was jedoch in Wahrheit damals geschah (außer der BVB-Pleite…), das wird wohl ein Geheimnis zwischen Gerald Asamoah und Roman Weidenfeller bleiben.
PPS: Auch wenn’s zeitlich gesehen ein Geschmäckle hat finde ich diese BVB-Meldung gut. Demnach ist ab sofort “Thor Steinar”-Kleidung im Signal-Iduna-Park verboten. Außerdem “behält sich der BVB vor, Besuchern, die durch ihre Kleidung oder ihr sonstiges Auftreten eindeutig dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind, nicht zum Stadionbesuch zuzulassen.” Klingt gut…
Was sagst du dazu?