Das war für die Borussia aus Dortmund gestern ein Auftakt nach Maß:
Um ca. 20:37 Uhr begann das Spiel (nach einigen bananenbedingten Verzögerungen, die ihren Weg in den Strafraum des FC Bayern-Torwartes Oliver Kahn gefunden hatten) unter Leitung des Schiedsrichters Manuel Gräfe. Die Ausgangslage war eigentlich klar: Der überraschend heimschwache BVB, diesmal mit noch mehr Verletzungen als sonst geplagt, gegen den amtierenden Deutschen Meister aus München, der mit der Rückrunde beginnend ein “Wintermärchen” starten und alle anfallenden Spiele gewinnen wollte.
Dazu noch eine Portion Familienrache - denn Mark van Bommel von den Bayern wollte seinen beim BVB nach der Hinrunde geschassten Schwiegervater Bert van Marwijk rächen.
Doch es sollte ganz anders kommen, als sich viele sich das vorgestellt hatten:
In den ersten 20 Minuten nahm der BVB unter dem “Ersatzkapitän” Christoph Metzelder (Christian Wörns ist bis Mitte Februar verletzt; übrigens lieber Arena-Kommentator: Das war nicht das erste Mal, daß Metzelder die Kapitänsbinde hatte - er war Nachfolger von Stefan Reuter nach der Fußball-WM 2002) das Heft in die Hand und konnten durch einen schönen Treffer von Alexander Frei schon nach rund 10 Minuten in Führung gehen.
Doch schon eine Viertelstunde später konnten die Bayern mit ihrem Abwehrchef van Buyten ausgleichen. Der Belgier, übrigens einer der wenigen Bayern im kurzen Trikot (Wetterlage: Schnee und vor allem Regen wechselten sich ab), schoss den Ausgleich und brachte den FCB wieder ins Spiel.
Psychologisch gesehen (aus Dortmunder Sicht) schlecht waren die Minuten kurz vor dem Abpfiff der ersten Halbzeit, denn Roy Makaay konnte den FCB kurz vor dem Gang in die Kabine in Führung schießen, da sich die BVB-Abwehr nicht ganz klar darüber war, wer da eingreifen sollte.
Zwei Bayern-Tore zur Halbzeit, ein BVB-Geschäftsführer Watzke, der im Halbzeit-Interview gerade noch hoffte, daß es zu einem Ausgleich kam und keine “Rache für Bert” durch den Schwiegersohn. Wobei dieser schon in der ersten Halbzeit richtig anfing zu holzen und nur mit Glück und durch eine geschickte Auswechslung Felix Magaths (in der zweiten Halbzeit) der drohenden roten Karte entkam.
Doch die Borussen betraten zu Beginn der zweiten Halbzeit den grünen Rasen nicht als Spieler, die sich mit der Niederlage schon abgefunden hatten, sondern kämpften weiter, während die Bayern anscheinend die drei Punkte für einen Sieg schon fest verbucht hatten.
Der BVB biß sich jedoch im ersten Drittel der zweiten Halbzeit die Zähne an den Bayern aus und kam erst danach wieder ins Spiel, so daß Alexander Frei nach einem schönen Zuspiel von Dede ungefähr in der 60. Minute sein zweites Tor zum 2:2-Ausgleich schießen konnte.
A propos zwei: Nur zwei Minuten später nutzte Tinga die Möglichkeit nach einer Ecke und versenkte den Ball zum 3:2-Führungstreffer.
Die Dortmunder Führung konnte gehalten werden, obwohl Felix Magath mit Lukas Podolski und Mehmet Scholl noch zwei Spieler einwechselte, die wenigstens einen Punkt den Bayern sichern sollten. Doch war dies dem angesichts des Ergebnisses anscheinend geschockten Rekordmeister nicht möglich, denn es folgten kaum noch gefährliche Torszenen, so daß sich Roman Weidenfeller, der übrigens u.a. von Jogi Löw und Andy Köpcke beobachtet wurde, fast schon ausruhen konnte.
Als Fazit bleibt übrig:
Der BVB kann doch noch gewinnen - auch Heimspiele. Der neue Trainer Jürgen Röber hat es geschafft die Borussen zum Sieg zu treiben und auch die Fans scheinen sich wieder mit ihrer Mannschaft versöhnt zu haben. Das einzige was eventuell falsch läuft ist die Tatsache, daß einige Schalke-Anhänger heute bzw. gestern ausnahmsweise Borussia Dortmund die Daumen gedrückt haben… ![]()
Auf Seite der Bayern: Keine Familienrache, keine 17-Spiele-Sieges-Serie und eher ein Winterdrama als ein Wintermärchen…
PS: Das geniale Anzeigenmotiv (siehe oben links) Was hat die Sonne mit den Bayern gemeinsam? Beide gehen im Westen unter. stammt natürlich wieder vom BVB-Partner RAG, der mich damit bei der heutigen Lektüre der Tageszeitung sehr zum Schmunzeln brachte.
Was sagst du dazu?