Revier-Derby


Nachtrag: FC Köln gegen Schalke 04

Nach einer Mütze voll Schlaf und einem abnehmenden Puls habe ich mich dazu durch gerungen, nochmal ein paar Worte zum gestrigen Spiel zu verlieren. Das von den Schalker “Profis” gezeigte kann mit einem einzigen Wort beschrieben werden und dieses Wort heißt enttäuschend. Ich kann nicht nachvollziehen, was mit dieser Mannschaft aktuell los ist. Wir haben, nach den Bayern, den teuersten Kader der Bundesliga und schaffen es nicht, gegen den fünften der zweiten Liga zu bestehen.

Zugegebenermaßen haben die Kölner gestern sehr gut gespielt, aber es kann oder besser darf einfach nicht sein, dass wir einen unterlegenen Gegner derart gut ins Spiel kommen lassen. In der ersten Halbzeit kam es mir so vor, als wären die Schalker überhaupt nicht auf dem Platz gewesen. Das Spiel war unkoordiniert, kein Pass kam an und was am schlimmsten war, es schien niemandem was auszumachen. Einzig und allein Marcelo Bordon ließ Kampfeswillen erkennen und war in meinen Augen mal wieder der überragende Schalker Spieler. Er war vorne, er war hinten und er war im Mittelfeld zu finden. Wenn der Rest der Mannschaft so spielen würde wie er, dann wären wir mit deutlichem Abstand an der Spitze der Bundesliga und nach wie vor im Pokal und im UEFA-Cup vertreten. Da das leider nicht der Fall ist, müssen wir halt weiterhin mit Leuten wie Bajramovic auflaufen, die sich nicht unter Kontrolle haben und einen Rodriguez durchfüttern, der mehr Eigentore als reguläre Buden schießt. Mir wurde gestern wieder schlagartig bewusst, warum ich immer Angst habe, wenn Rodriguez am Ball ist. Einige Schalker sehen das sicherlich anders als ich, aber wenn es nach mir geht, so würde ich lieber von heute auf morgen auf Rodriguez verzichten. Falls er seine Sachen packen sollte, dann wäre ich ihm sehr zu Dank verpflichtet, wenn er die Altintops, Kuranyi und vor allem Lincoln gleich mitnimmt.

Wo es “auf Schalke” brennt, vermag ich nicht zu sagen, allerdings muss etwas passieren und zwar schnell. Ich bin kein Freund von voreiligen Trainerentlassungen, allerdings frage auch ich mich langsam, ob Mirko Slomka wirklich noch der richtige Trainer für Schalke ist. Er selbst verzapft zwar den Mist auf dem Platz nicht, aber er hat anscheinend auch nicht die nötige Autorität, um der Mannschaft mal gehörig den Kopf zu waschen. Neben Mirko Slomka geht mir im übrigen Andreas Müller noch viel gewaltiger auf den Senkel. Ich habe es so satt, seine ständigen Durchhalteparolen zu hören und sein Grinsen zu ertragen. Vielleicht sollte er sich mal vor die Mannschaft stellen und dem ein oder anderen Spieler mitteilen, dass er nicht mehr spielen wird, solange sich seine Leistung nicht signifikant bessert. Damit erreicht er wohlmöglich mehr, als wenn er seinen “Stars” immer wieder den Hintern tätschelt und sich vor sie stellt. Sie haben es im Moment einfach nicht verdient, dass man sie in Schutz nimmt. Sie liefern nämlich einfach keinen Ansatzpunkt dafür, sondern benutzen im Gegenteil schon die gleichen billigen Durchhalteparolen wie die Vereinsführung. Eine Entschuldigung für die beschissenen Spiele der letzten Wochen habe ich zumindest noch von keinem beteiligten Spieler gehört.

Ein Universalrezept für die Zukunft habe ich leider auch nicht, aber ich konnte mir meinen Frust zumindest von der Seele schreiben, dass ist ja auch schon mal was wert. Ich kann nur weiterhin hoffen, dass in der nächsten Zeit endlich mal was passiert und Schalke sich auf seine alten Traditionen und den Kampfeswillen besinnt. Ich wäre sicherlich nicht der einzige, der das gerne sehen würde.



kurtspaeter sagt:

So weit liegen wir Schalker glaub ich nicht auseinander… Das hier ist vom 22.Mai: http://pfostenschuss.twoday.net/stories/2052033/

Damals mit einem Augenzwinkern aufgrund des unrealistischen Gedankens, aber die von mir und von Dir genannten Spieler können lieber heute als morgen ihre Koffer packen und woanders anheuern. Dario Rodriguez ist mir darüberhinaus seit seiner Ankunft vor ein paar Jahren ein schmerzender Dorn im Auge.



ela sagt:

Ich werde es wohl auch nie raffen warum die Mannschaft ihre Leistung nicht so bringt wie sie es könnten.
Habe mir da vor Wochen auch meine Gedanken zu gemacht siehe
http://www.mudelpuetze.de/wp/index.php/469/schalker-sein-heist-leiden-konnen.html



Jens sagt:

Seht es mal so - dank dieses Spieles hatte ich gestern nicht so einen Spießrutenlauf im Büro wie befürchtet. ;)



kurtspaeter sagt:

Da beglückwünsch ich Dich aber. Gern geschehen wäre allerdings eine schamlose Übertreibung…



Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

Was mich am Dienstagabend als Kölner so überrascht hat: Es schien Euren Spielern nicht nur nichts auszumachen. Ich hatte fast den Eindruck, die haben darüber gar nicht einmal nachgedacht.
Wenn ein Rodriguez in der 115. Minute beim Stand von 2:4 gegen sich (bei einem Zweitligisten wohlgemerkt) meint, es nötig zu haben, den meckernden Gegenspieler vor einem von ihm (Rodriguez) verschuldeten Freistoß mit “Blabla”-Gesten zu verhöhnen, hat nicht im geringsten kapiert, was ihm da gerade widerfährt. Vielleicht hat Slomka ihnen erählt, das wäre ein Freundschaftspiel? Damit erst gar kein Druck aufkommt?



Matthias sagt:

Ich persönlich glaube sogar, dass es beim Rodriguez generell mit dem denken nicht so gut klappt, daher hat mich die Geste nicht wirklich verwundert.



kurtspaeter sagt:

Rodriguez ist bei jedem Freistoß-Pfiff anwesend um seine Meinung kundzutun. Da es mit der Sprache hapert, sind es die Gesten, die ihn kommunizieren lassen. Regt mich auch schon seit Jahren auf. (eigentlich seit ich den zum ersten Mal gesehen habe.



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Über dieses Blog

Revier-Derby.de widmet sich dem Fußball im Revier (Ruhrgebiet) und seinen Mannschaften. Derzeit sind das (alphabetisch): Borussia Dortmund (BVB), FC Schalke 04 (S04) und der VfL Bochum (VfL)

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